Forstbetriebe im Bereich der Verbandsgemeinde Vallendar

Allgemeines

In Rheinland-Pfalz nimmt der Wald eine Fläche von rd. 828.000 Hektar ein. Das sind 42% der gesamten Landesfläche. Damit ist Rheinland-Pfalz neben Hessen das waldreichste Bundesland.
Bei ca. 48% der Waldflächen in Rheinland-Pfalz handelt es sich um Körperschaftswald, d.h. fast 2000 Städte und Gemeinden im Land besitzen Waldflächen. Die Durchschnittsgröße des gemeindlichen Forstbetriebes liegt bei rd. 200 Hektar. Der Anteil des Staatswaldes an der Waldfläche beträgt rd. 26%. Ca. 2% der Waldflächen sind Bundeswald. Dieser wird überwiegend militärisch genutzt und von der Bundesvermögensverwaltung bewirtschaftet. Der Privatwald nimmt ca. 24% der Gesamtwaldfläche des Landes ein und liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Kommunale Forstbetriebe im Bereich der Verbandsgemeinde Vallendar
Von der Gesamtfläche des Verbandsgemeindegebietes Vallendar (2.633 Hektar) sind 895,6 Hektar = 34% Waldfläche.


Davon entfallen auf
die Stadt Vallendar                        737,0 Hektar (Gesamtbetriebsfläche)
die Ortsgemeinde Urbar                   12,8 Hektar    
die Ortsgemeinde Weitersburg        145,8 Hektar (Gesamtbetriebsfläche).

Der Revierdienst für das gesamte Waldgebiet innerhalb der Verbandsgemeinde Vallendar ist einem kommunalen Revierbeamten, Herrn Revierförster Achim Kern, übertragen. Die Stadt Vallendar und die Ortsgemeinde Weitersburg haben sich zu einem Forstzweckverband zusammengeschlossen. Dieser ist für die gemeinsame Anstellung und Bezahlung des Revierbeamten zuständig. Aufgrund einer gesonderten Vereinbarung nimmt der Revierförster auch forstwirtschaftliche Aufgaben der Ortsgemeinde Urbar wahr. Der Forstzweckverband erhebt zur Finanzierung seiner Kosten Umlagen von den vorgenannten Gemeinden. Der Forstbeamte wird bei seiner Tätigkeit unterstützt vom Forstamt Koblenz und der Forstverwaltung der Verbandsgemeinde Vallendar (Geschäftsbereich I – Finanzen -). Vorsitzender des Forstzweckverbandes ist der Stadtbürgermeister, sein Vertreter ist der Ortsbürgermeister von Weitersburg. Der Stadtrat und der Ortsgemeinderat entsenden im Verhältnis ihrer Waldflächen Verteter in die Verbandsversammlung des Forstzweckverbandes. In der Regel tagt die Verbandsversammlung einmal im Jahr zwecks Abnahme der Jahresrechnung und Entlastung des Vorsitzenden sowie  Beschlussfassung des Haushaltsplanes für das kommende Haushaltsjahr.
Über den jährlichen Forstwirtschaftsplan (Hauungs- und Kulturplan) berät und entscheidet der Stadt- bzw. Gemeinderat. Die dort festgelegten Erträge und Aufwendungen werden in den Haushaltsplan der Stadt Vallendar bzw. Ortsgemeinde Weitersburg übernommen beim Unterabschnitt 8550 – Forstwirtschaftliche Unternehmen -.


Betriebsplan/Betriebgutachten

In Zusammenarbeit mit dem Forstamt Koblenz wurde für die nächsten 10 Jahre ein Betriebsplan bzw. Betriebsgutachten (früher Forsteinrichtungswerk) für den Stadtwald Vallendar und den Gemeindewald Weitersburg erstellt und von den Ratsgremien für die Zeit vom 01.10.2006 bis 01.10.2016 beschlossen. Diese bilden die Grundlage der Bewirtschaftung des Waldes.



Feststellungen lt. Gutachten:

Stadtwald Vallendar

Z.Z. gibt es einen aktuellen Holzvorrat von rd. 204.000 Festmetern (= Kubikmeter). In den nächsten 10 Jahren wird ein Holzzuwachs von rd. 56.000 Festmetern erwartet. Der vorgeschlagene Nutzungssatz von 84.000 Festmetern  bewirkt eine Absenkung des Vorrates um etwa 13%, was durch die Altersstruktur des vorhandenen Waldes und den Lichtbedarf der neuen Waldgeneration begründet ist. Auf  23% der Waldfläche wächst unter den alten Bäumen bereits eine neue Waldgeneration heran. Der hohe Buchenanteil entspricht der natürlichen Waldgesellschaft. Auf dem größten Teil der Waldfläche wird eine vorzügliche Entwicklung dieser jungen Generation erwartet.
Im sogenannten „Hinterwald“ (Gemarkung Hillscheid) sind allerdings starke Schälschäden festzustellen, die keine Wertentwicklung erwarten lassen. Ob es in Zukunft mit Hilfe der Jäger gelingt, dem dort neu aufwachsenden Wald ein Chance zu geben, kann nicht vorausgesagt werden. 

 

Schaubild Baumartenverteilung nach Baumartengruppen

Stadtwald Vallendar


Gemeindewald Weitersburg

Der aktuelle Holzvorrat beträgt z.Z rd. 41.000 Festmeter (= Kubikmeter). In den nächsten 10 Jahren wird ein Holzzuwachs von ca. 12.000 Festmetern erwartet. Der vorgeschlagene Nutzungssatz von fast 17.000 Festmetern bewirkt eine Absinkung des Vorrats um knapp 12%, was durch die Altersstruktur des vorhandenen Waldes und den Lichtbedarf der neuen Waldgeneration begründet ist. Auf 21% der Waldfläche wächst unter den alten Bäumen bereits eine neue Waldgeneration heran. Der hohe Buchenanteil entspricht der natürlichen Waldgesellschaft. Es wird durchweg eine gute Entwicklung der jungen Generation erwartet.
Das vorhandene Rehwild kann bei unkontrollierter Vermehrung zu einer Gefahr für die Waldverjüngung werden. Das gilt auch dann, wenn bei gleichbleibendem Wildbestand künftig nur noch kleine Flächen verjüngt werden.


 

Schaubild Baumartenverteilung nach Baumartengruppen
Gemeindewald Weitersburg

 

Durch die mittelfristigen Betriebspläne und die jährlichen Wirtschaftspläne wird die ordnungsgemäße Forstwirtschaft sichergestellt. Sie dienen der Nachhaltigkeit und der Umweltvorsorge.


Geschäftsbereich I

Forstbetriebe